Muharem Bazdulj

Muharem Bazdulj

© Milovan Milenkovic

Born 1977 in Travnik, Bosnia and Herzegovina. Journalist (Oslobodjenje), translator (Paul Auster, W. B. Yeats), writer. Bazdulj’s work has been published `Best European Fiction 2012´ (Ed. Aleksandar Hemon, Dalkey Archive Press) alongside Milan Kundera, Ryszard Kapuscinski, Vladimir Sorokin, Victor Pelevin, Péter Esterházy and Andrzej Stasiuk. Short stories and essays in `World Literature Today´, `Creative Nonfiction´, `Habitus´, `Absinthe´ etc.Translations: Short story collection `The Second Book´, Northwestern University Press 2005 (Orig. `Druga knjiga´, 2000, “Book of the Year” award Open Society BiH). `Der Ungläubige und Zulejha´ (Seifert 2008) and Transit.Komet.Eklipse (Seifert 2011), übersetzt von Klaus Detlef Olof.

Wer Salz sät

Sjetva soli (Rende, Belgrad 2010)

Mitte der 80er Jahre bemalen junge Menschen Brote mit Hakenkreuzen aus Mayonnaise und verkleiden sich als SS-Leute. Was als studentische Protestaktion gedacht ist, wird als “faschistische Geburtstagsparty” zur Legende. 25 Jahre später haben alle Geburtstagsgäste Karriere gemacht. Bis auf einen.

Synopsis

Wer Salz sät (Sjetva Soli, Rende 2010), Roman. 184 pp.

Seit er kurz vor Kriegsausbruch nach Belgrad gezogen ist, hat Janko Aleksic jeden Besuch in seiner Heimatstadt Sarajevo vermieden. Erst, als sein ehemals bester Freund Mladen stirbt, bricht er zum Begräbnis nach Sarajevo und in die Vergangenheit auf. Mladen war Mitte der 80er Teilnehmer der legendären „faschistischen Geburtstagsparty“, einer studentischen Protestaktion, zu der die Gäste als SS-Leute verkleidet aufgetaucht waren und mit Mayonnaise Hakenkreuze auf Brote gemalt hatten. Der jugoslawische Staat hatte mit aller Härte reagiert, Verhaftungen und Medienhetze waren die Folge. Doch während fast alle der einst zu Staatsfeinden stilisierten Gäste später eine steile Karriere gemacht haben, scheint Mladen daran zerbrochen zu sein. Janko versenkt sich in den Archiven der Tageszeitung Oslobodjenje, um die Ereignisse rund um den „faschistischen Geburtstag“ zu rekonstruieren. Parallel zu seiner Recherche und dem schmerzhaftem Wiedersehen mit Sarajevo keimt eine zarte Liebesgeschichte mit Mladens Schwester Milena auf.

Dem Titel liegt eine Episode aus Homers Odyssee zugrunde, in der Odysseus vorgibt, den Verstand verloren zu haben und seinen Acker mit Salz bestreut, um nicht eingezogen zu werden. Erst als sein Sohn Telemach vor den Pflug gestellt wird, gibt Odysseus sein Täuschungsmanöver auf, um das Leben seines Sohnes zu schonen, und zieht in den Krieg. Auch im Sarajewo der Neunziger ließen viele junge Männer vor dem Hintergrund des Bürgerkriegs nichts unversucht, um der Mobilisierung zu entgehen.

Excerpt

Muharem Bazdulj, Wer Salz sät (Übersetzung: Mascha Dabic)
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